Thailändische Familie & Schwiegereltern: wahre Geschichten

Kurz gesagt

Eine thailändische Partnerin zu heiraten bedeutet selten, nur sie zu heiraten — es bedeutet, in ein Netz aus Eltern, Geschwistern, Cousins und oft Großeltern einzutreten, die unter einem Dach leben. Diese Familie zu gewinnen zählt am Ende genauso viel wie die Beziehung selbst. In mehr als einem Fall braucht die Familie Monate, um sich überhaupt zu äußern, und dieses Schweigen wiegt genauso schwer wie jeder ausgesprochene Einwand.

In vielen dieser Geschichten wird nicht nur das Paar auf die Probe gestellt, sondern die ganze Familie. Ein Vater, der mit einem stummen Handschlag zustimmt, eine Mutter, die zuerst Reis serviert, ein Dorf, das in einem einzigen Abendessen entscheidet, ob der Ausländer dazugehört. Dieser Leitfaden versammelt die Geschichten, in denen das Kennenlernen der thailändischen Familie — und die Annahme durch sie — im Mittelpunkt steht. Anders als unser Leitfaden Ehe, der die Paarbeziehung über die Zeit verfolgt, konzentriert sich dieser auf genau diesen Moment und auf die Bindung zur Großfamilie.


Was bedeutet das eigentlich?

Das Muster wiederholt sich von Geschichte zu Geschichte: der erste Besuch bei den Eltern, die stille Bewertung durch den Vater beim Abendessen, und später das Zusammenleben mit der Großfamilie — manchmal zwölf Menschen unter einem Dach — wofür die meisten Ausländer in ihrer eigenen Kultur keine Entsprechung haben. Isaan taucht besonders häufig als Schauplatz dieser Geschichten auf, die Region, in der die Großfamilienstruktur am stärksten geblieben ist und in der Besuche im Heimatdorf zur eigentlichen Bewährungsprobe der Akzeptanz werden.

Häufige Muster

Auch die konkreten Rituale wiederholen sich: das Sin Sod, überreicht vor der ganzen Familie, ein Vater, der den ganzen Abend kein Wort sagt und am Ende lange die Hand schüttelt, eine Mutter, die den Teller des Ausländers nachfüllt, sobald er unter siebzig Prozent fällt. In mehreren Geschichten erscheint das ganze Dorf zur Hochzeit und entscheidet gemeinsam, ob der Fremde dazugehört. Essen trägt hier ein Gewicht über das Kulinarische hinaus: Serviertes abzulehnen oder es klaglos zu essen, wird als Signal über den Charakter des Ausländers gedeutet.

Praktische Tipps

Wenn die Familie ablehnt — wie in mehreren Geschichten dieser Seite, meist weil für die Tochter bereits andere Pläne bestanden — geschieht das meist früh, nicht spät. Und wenn sie annimmt, ist das deutlichste Zeichen nicht in Worten, sondern in Gesten zu finden. Dazu passend siehe auch unseren Leitfaden Hochzeit in Thailand, und unseren Leitfaden Ehe für das, was geschieht, sobald die Familie ihre Zustimmung bereits gegeben hat.


Häufig gestellte Fragen

Was ist Sin Sod?

Das ist die traditionelle thailändische Mitgift, die der Bräutigam der Familie der Braut übergibt, meist in bar und in Gold, als Zeichen von Respekt und der Fähigkeit, die Familie zu versorgen. Sie kommt in mehreren Geschichten dieser Seite vor, mal als symbolischer Betrag, mal als echte Konfliktquelle.

Ist es normal, mit der Großfamilie in Thailand zu leben?

Ja, und mehrere Geschichten dieser Sammlung beschreiben das Zusammenleben mit Schwiegereltern, Schwägern und sogar Großeltern unter einem Dach — deutlich weniger üblich in der Heimatkultur der meisten Ausländer in diesen Geschichten.

Was passiert, wenn die Familie sich der Beziehung widersetzt?

In diesen Geschichten liegt es meist an bereits bestehenden Plänen für die Tochter — Ausbildung, ein anderer Verehrer, ein Familienunternehmen — statt an Ablehnung des Ausländers selbst. Widerstand zeigt sich meist früh, nicht als späte Überraschung.

Woran erkennt man, dass die Familie den Ausländer akzeptiert hat?

Fast nie an ausdrücklichen Worten. In diesen Geschichten zeigt sich Akzeptanz in Gesten: Essen servieren, ohne gefragt zu werden, ein langer Handschlag, am Tisch wie ein weiteres Familienmitglied einbezogen zu werden.


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